Nach oben Kaltwasserfische Kois Überwintern

Die Fische im Gartenteich richtig überwintern 

 

Auch dieses Jahr haben wieder viele Gartenfreunde, Tierfreunde und Fischliebhaber einen Gartenteich im geliebten Garten ausgehoben und mit viel Sorgfalt und Mühe eingerichtet. Nun kommt der Winter mit den kalten Monaten und viele Tierfreunde fragen sich, ob denn die Fische im Gartenteich den Winter überstehen werden.

Koi- und Goldfische sind eigentlich sehr pflegeleicht und können im Gartenteich überwintern.

Fische Goldfisch überwinternAlle diejenigen, die einen Teich mit Fischbesatz haben sollten eine Überlegung anstellen, was sie mit ihren Fischen machen wollen.
Lieber rein in die schöne warme Stube oder so natürlich wie möglich draußen im Teich?
Diese Frage kann anhand ganz einfacher Kriterien beantwortet werden.
1. Ist ihr Teich tiefer als 80cm?
2. Sind ihre Fische länger als 6 Monate im Teich?
3. Hat ihr Teich eine Vorrichtung zur Sauerstoffanreicherung (keine Umwälzpumpen oder Fontänen etc)?
4. Gibt es die Möglichkeit wenigstens eine kleine Fläche eisfrei zu halten?

Können sie alle Fragen mit ja beantworten, können sie sich ruhig für eine Überwinterung im Teich entscheiden. Aber auch hier gibt es eine Menge zu beachten, deshalb Vorsicht im schlimmsten Fall kostet es ihren Tieren das Leben.

Man sollte über die warme Jahreszeit nicht all zu viel gefüttert haben, was man meistens daran erkennt, ob das Wasser im Teich eine grünliche Farbe hat. Sollte das Wasser eine grünliche Farbe erreicht haben, ist der Phosphat- und Stickstoffanteil so gestiegen, dass sich Grün- und Blaualgen gebildet haben. Sterben diese Algen jetzt in der kühleren Jahreszeit ab, wird viel Sauerstoff, von den verwertenden Bakterien verbraucht, dass die Fische im Teich geschwächt werden. Darüber hinaus erhöhen sich durch die Verwertung der Gifte weiterhin die giftigen Bestandteile in dem stehenden Gewässer, dem Teich.

Deshalb kann man bereits, in den Sommer- und Herbstmonaten damit beginnen, in gewissen Zeitabständen, also monatlich, ca. 25% bis 35% des alten Wassers mit Frischwasser, zu ersetzen.

Hat der Gartenteich eine Tiefe von ca. 75 cm kann man davon ausgehen, dass Koi – und Goldfische bei ordentlichen Wasserverhältnissen, die kälteren Monate im Gartenteich verbleiben können.

Die Fische gehen in den Wintermonaten an die tiefste Stelle des Teiches, weil an dieser Stelle das Wasser ca. 4°Celsius beträgt. Diese Temperatur verlangsamt den Stoffwechsel der Fische, so dass die Fische auch nicht zwingend gefüttert werden müssen.

Sollte man jedoch das unbedingte Bedürfnis haben, die Gartenfische füttern zu wollen, muss man wissen, dass Fische ca. 4 bis 6 Wochen völlig ohne Nahrungszugabe überleben können und dass jede Nahrungszugabe den Stickstoff, - Nitrit, - und Nitratgehalt im Wasser des Teiches sprunghaft erhöht.

Stickstoffe, Phosphate, Nitrit und Nitrat sind die gefährlichsten chemischen Bestandteile in Gartenteichen und Aquarien. In den Sommermonaten werden diese Stoffe von den verschiedenen Algen abgebaut und verwertet. Die Algen werden von den Schnecken und von den Fischen gefressen und somit entstand über das Jahr im Gartenteich ein ökologisches Gleichgewicht.

Jetzt in den kalten Monaten, da diese Algen nicht nachwachsen können und nur noch von den Tieren im Teich verwertet werden, erhöht sich automatisch der giftige Anteil von chemischen Bestandteilen im Teichwasser.

Durch eine weitere Fütterung im Winter kann dies ohne weiteres zum Absterben des gesamten Bestandes führen kann.

Ich habe diesen Beitrag als Erstes geschrieben, weil mir bekannt ist, dass es kaum einen Fischpfleger gibt, der den Fischbestand über den Sommer richtig und sachgerecht gefüttert hat, was jetzt zu einer nachhaltigen Verschlechterung der Wasserqualität führen wird!

Beachten sie aber kurzfristige Temperaturschwankungen, diese können den Fischen schwer zu schaffen machen.
Die Tiefe des Teiches ist erforderlich um ein durchfrieren bis auf den Boden zu verhindern, das wäre tödlich für alle Fische.
Umwälzpumpen sind im Sommer hilfreich um genug Sauerstoff im Wasser anzureichern doch im Winter würde diese Umwälzung des Wassers die Temperatur noch weiter sinken lassen, aus diesem Grund lassen sie diese Geräte links liegen und entscheiden sich für einen Durchlüfterstein, dieser führt Faulgase aus dem Teich heraus und Sauerstoff ohne große Umwälzungen zu. Der Durchlüfterstein hält auch einen kleinen Teil des Teiches eisfrei, achten sie darauf, dass eisfreie Teile nicht durch Blätter oder ähnliches abgedeckt wird.
Ein weiterer Schutz bietet im Winter eine Abdeckung durch Folie oder ähnliches.
Ihre Fische verkriechen sich meist in die unterste Ecke und bewegen sich so gut wie gar nicht, dass ist normal, sollte aber einer ihrer Schützlinge seitlich oder an flachen Stellen liegen, beobachten sie ihn genau und entscheiden sich eventuell für eine Überwinterung im Haus.

Die Überwinterung im Haus stellt für die Fische bei richtiger Handhabung eine geringe Belastung dar aber auch hier gibt es einiges zu beachten. Es ist abzuraten die Fische in einem Aquarium bei Zimmertemperatur überwintern zu lassen, da der natürliche Zyklus dann durcheinander gebracht wird. Entschließen sie sich lieber für einen großen Behälter,
z.B. Regentonnen eignen sich gut, rüsten diesen mit einer Pumpe und Filtern aus. Die Goldfische sollten aus dem Teich genommen werden bevor die Teichtemperatur unter 8 °C sinkt, zu empfehlen ist auch eine Mischung aus Teich- und Frischwasser im Überwinterungsbehälter, damit die Fische nicht zu lange Eingewöhnungszeiten haben.
Erst dann lassen sie die Temperatur zwischen 8 und 4 °C im Behälter sinken, die Garage oder der Keller reichen vollkommen aus. Der Behälter kann mit einer Platte oder ähnlichem abgedeckt werden.

Im Frühjahr wenn die Temperaturen langsam steigen kann man wieder ganz vorsichtig mit der Fütterung beginnen. Es reicht aus, wenn man nach 4-8 Wochen wieder bei der normalen Fütterungsmenge angelangt ist, solange brauchen auch ihre Goldfische um sich daran zu gewöhnen.

Man kann den Sauerstoff auch anders in den Teich bringen.

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zum Beispiel mit dem Söchting-Oxydator

Der SÖCHTING-OXYDATOR für die Sauerstoffversorgung arbeitet unabhängig von jedem Stromanschluß und absolut zuverlässig auch unter einer geschlossenen Eisdecke. Er sieht aus wie ein kleiner Eimer. In ihm befindet sich ein Vorratsbehälter für Wasserstoffperoxid. Dieses wird durch einen Katalysator langsam ausgetrieben und daraus der Sauerstoff freigesetzt. Man stellt das Gerät am besten an die tiefste Stelle des Teichs, so dass man die größte Sauerstoffkonzentration gerade dort hat, wo auch die Tiere überwintern. Außer dem gewöhnlichen Sauerstoff, der an der Spezialkeramik des Eimers erzeugt wird, verbleiben auch geringe Mengen an Wasserstoffperoxid im Wasser. Dieser Sauerstoffträger diffundiert rund 400 mal schneller als gewöhnlicher Sauerstoff und gelangt so auch gut in den Bodengrund. Damit wird auch die Entstehung von Faulgasen verhindert, ohne dass die Winterschläfer gestört werden. Für die Entsorgung der Atmungsgase würde ich einen sogenannten Eisfreihalter, der von verschiedenen Firmen angeboten wird verwenden. Sie bestehen aus einem Styroporring und einem Styropordeckel, der zum teil in den Ring hineinreicht, so dass an der Wasseroberfläche zwischen Ring und Deckel nur ein schmaler Spalt bleibt. Da Styropor gut isoliert und sich der Deckel bereits bei geringem Wind bewegt, bleibt der Spalt, bei nicht zu tiefen Temperaturen offen, so dass die Atmungsgase abziehen können.

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